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Gastbeitrag: Besteuerung von Reichtum – Milliarden für die Gesellschaft
In einem Gastbeitrag auf fr.de fordern Stefan Körzell vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und Yannick Haan von der Initiative „taxmenow“ eine gerechtere Besteuerung von Reichtum in Deutschland. Sie argumentieren, dass die Modernisierung des Landes und die Stabilisierung der Demokratie nur gelingen können, wenn wohlhabende Bürger stärker zum Gemeinwesen beitragen. Der Bundestag hat zwar ein kreditfinanziertes Sondervermögen beschlossen, um in den nächsten zwölf Jahren Infrastruktur und klimafreundliche Projekte zu fördern, doch dies löst nicht alle finanziellen Herausforderungen.
Die Autoren kritisieren, dass die soziale Ungleichheit durch Kürzungen auf Landes- und Kommunalebene weiter verschärft wird. Sie weisen darauf hin, dass das reichste Prozent der Bevölkerung rund 30 Prozent des gesamten Vermögens besitzt, während fast 900.000 Menschen in Deutschland von Kapitalerträgen leben. Gleichzeitig zahlen diese Überreichen vergleichsweise wenig Steuern. Beispielsweise liegt die Steuer- und Abgabenquote eines Mustermillionärs mit 1,6 Millionen Euro Einkommen bei nur 24 Prozent, während ein Durchschnittsehepaar mit 110.000 Euro Einkommen 43 Prozent abführt.
„Die Politik muss sich die Milliarden endlich dort holen, wo sie liegen“, fordern Körzell und Haan.
Die Autoren plädieren für die Wiedereinführung der Vermögensteuer und eine gerechtere Erbschaftsteuer, um die Ungleichheit zu bekämpfen und die Demokratie zu stärken.
Vermögensverteilung | Anteil |
---|---|
Reichstes 1% | 30% |
Reichstes 10% | 60% |
Zusammenfassung: Die Autoren fordern eine stärkere Besteuerung von Reichen, um soziale Ungleichheit zu reduzieren und die Demokratie zu stabilisieren.
Analyse: Wer gehört zur Mittelschicht?
Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), veröffentlicht auf fnp.de, beleuchtet die Zugehörigkeit zur Mittelschicht in Deutschland. Die Studie zeigt, dass die Mittelschicht seit 1995 von 70 Prozent auf 63 Prozent der Bevölkerung geschrumpft ist. Dennoch rechnen sich rund 80 Prozent der Deutschen selbst dieser Gruppe zu. Die Definition der Mittelschicht basiert auf dem Median-Einkommen, das 2023 bei 26.274 Euro lag.
Ein Single gehört zur Mittelschicht, wenn er ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.850 und 3.470 Euro hat. Für eine vierköpfige Familie liegt die Grenze bei 3.880 Euro. Als reich gilt, wer mehr als 250 Prozent des Median-Einkommens verdient, also mindestens 5.780 Euro netto monatlich als Single. Nur knapp vier Prozent der Deutschen fallen in diese Kategorie, obwohl viele den Anteil der Reichen auf 25 Prozent schätzen.
Haushaltsgröße | Mittelschicht (Nettoeinkommen) | Reichtum (Nettoeinkommen) |
---|---|---|
Single | 1.850–3.470 € | ab 5.780 € |
Vierköpfige Familie | ab 3.880 € | ab 14.500 € |
Zusammenfassung: Die Mittelschicht schrumpft, während die Einkommensgrenzen für Reichtum klar definiert sind. Nur vier Prozent der Deutschen gelten als reich.
Ungleiche Verteilung von Wohlstand
Ein Beitrag auf derstandard.at thematisiert die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, insbesondere in Österreich. Der Artikel stellt die Frage, wie eine gerechtere Verteilung des Wohlstands erreicht werden kann. Diskutiert wird, ob der Staat stärker regulierend eingreifen oder die Gesellschaft mehr Verantwortung übernehmen sollte. Die Konzentration von Reichtum in den Händen weniger wird als Gefahr für die soziale Gerechtigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gesehen.
Zusammenfassung: Die Diskussion über die ungleiche Verteilung von Wohlstand zeigt die Notwendigkeit von Reformen, um soziale Spannungen zu reduzieren.
Quellen: