Deutschlands junge Milliardäre: Vermögen meist aus Familienbesitz, nicht aus eigener Arbeit

Autor: Elite-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Deutschlands jüngste Milliardäre verdanken ihren Reichtum meist Erbschaften aus Unternehmerfamilien; zugleich zeigt eine Reisebloggerin, dass Gastfreundschaft und Großzügigkeit wahren Reichtum ausmachen.

Deutschlands jüngste Milliardäre: Reichtum bleibt vor allem in Unternehmerfamilien

Die Frankfurter Rundschau berichtet über Deutschlands jüngste Milliardärinnen und Milliardäre und stellt dabei ein deutliches Muster fest: Die meisten von ihnen haben ihr Vermögen geerbt oder Unternehmensanteile aus der Familie erhalten. Angeführt wird die Liste von Johannes von Baumbach, der laut Forbes mit einem geschätzten Vermögen von 6,4 Milliarden US-Dollar im Alter von 19 Jahren der jüngste Milliardär der Welt ist.

Von Baumbach gehört zur Familie des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim, den seine Familie seit 1885 in vierter Generation führt. Auffällig ist, dass gleich drei seiner Geschwister ebenfalls auf der Liste erscheinen: Franz von Baumbach ist 24, Katharina von Baumbach 26 und Maximilian von Baumbach 27 Jahre alt. Ihr Vermögen stammt wie das ihres jüngsten Bruders aus derselben Erbschaft.

Die Frankfurter Rundschau hebt hervor, dass Katharina von Baumbach zusätzlich einen eigenen unternehmerischen Weg eingeschlagen hat. Sie versuchte sich mit der Handtaschenmarke KB Bags. Die übrigen Geschwister werden im Artikel vor allem im Zusammenhang mit dem Familienvermögen genannt.

Auch Kevin David Lehmann wird als Beispiel für weitergegebenen Reichtum beschrieben. Sein Vater Günther Lehmann übertrug ihm bereits 2017 einen Anteil von 50 Prozent an der Drogeriemarktkette dm, als Kevin David Lehmann 14 Jahre alt war. Bis zu seiner Volljährigkeit wurde das Vermögen zunächst von einem Treuhänder verwaltet.

Bei Sophie Luise Fielmann verlief die Vermögensübertragung nach dem Tod ihres Vaters Günther Fielmann im Jahr 2023. Sie erbte eine Mehrheit am gleichnamigen Optikkonzern. Ihr Bruder Marc hatte das operative Geschäft bereits 2019 übernommen und führt das Unternehmen seitdem.

Als Ausnahme innerhalb der Liste nennt die Frankfurter Rundschau Alexander Rinke. Der Betriebswirt gründete 2011 gemeinsam mit zwei Kommilitonen an der TU München das Softwareunternehmen Celonis und zählt damit zu den wenigen Selfmade-Milliardären unter den genannten Personen.

Weitere Beispiele zeigen laut dem Bericht, wie eng große Vermögen mit Familienunternehmen verbunden sind. Maximilian Viessmann führt heute die Viessmann Generations Group, nachdem seine Familie das Klimageschäft des einstigen Heiztechnikunternehmens 2023 für rund zwölf Milliarden Euro an den US-Konzern Carrier Global verkauft hatte.

Franziska Wuerbser hält gemeinsam mit ihrer Mutter 63 Prozent am Küchengerätehersteller Rational. Eva Maria Braun-Luedicke besitzt zwölf Prozent des Medizintechnikunternehmens B. Braun Melsungen und sitzt außerdem im Aufsichtsrat des Handballvereins MT Melsungen, dessen Hauptsponsor B. Braun Melsungen ist.

Die meisten der insgesamt acht im Artikel beschriebenen Personen treten nur selten öffentlich auf. Nach Darstellung der Frankfurter Rundschau geben sie kaum Interviews und zeigen sich wenig im Rampenlicht. Dadurch entsteht das Bild eines Reichtums, der in Deutschland häufig zurückhaltend und innerhalb weniger Familien weitergegeben wird.

„Reichtum entsteht in Deutschland oft über Generationen und nicht allein über Arbeit und das Einkommen.“

Erbschaften und Schenkungen in Deutschland

Nach Angaben der Frankfurter Rundschau führt Forbes in seiner aktuellen Liste 171 deutsche Dollar-Milliardäre. Viele von ihnen stammen aus Unternehmerfamilien. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung stellte dem Bericht zufolge fest, dass Erbschaften vor allem bereits vermögende Menschen noch reicher machen.

Die Hälfte aller Erbschaften und größeren Schenkungen geht demnach an die obersten zehn Prozent der Begünstigten. Das DIW schätzt das gesamte Erbvolumen in Deutschland auf rund 400 Milliarden Euro pro Jahr.

AngabeWert
Deutsche Dollar-Milliardäre laut Forbes171
Geschätztes Erbvolumen in Deutschland pro Jahr laut DIWrund 400 Milliarden Euro
Steuerlich erfasste Erbschaften und Schenkungen im Jahr 2024113,2 Milliarden Euro
Anteil der Hälfte aller Erbschaften und größeren Schenkungenoberste zehn Prozent der Begünstigten

Das Statistische Bundesamt erfasste im Jahr 2024 113,2 Milliarden Euro an Erbschaften und Schenkungen. Die Frankfurter Rundschau erklärt die Differenz zur DIW-Schätzung damit, dass zahlreiche Vermögensübertragungen unterhalb der Freibeträge bleiben und deshalb steuerlich nicht erfasst werden.

Auf der Ebene der Milliardärinnen und Milliardäre geht es dabei nicht nur um einzelne Eigentumswohnungen oder Sparguthaben. Im Mittelpunkt stehen Unternehmensanteile, die innerhalb der Familie verbleiben und im Laufe der Jahre weiter an Wert gewinnen können.

Zusammenfassung: Die von der Frankfurter Rundschau dargestellten Vermögensdaten zeigen eine starke Konzentration von Erbschaften und Schenkungen. Während das DIW das jährliche Erbvolumen auf rund 400 Milliarden Euro schätzt, wurden im Jahr 2024 113,2 Milliarden Euro steuerlich erfasst.

„Affe auf Bike“: Georgien verändert ihren Blick auf Reichtum

Tag24.de berichtet über die Reisebloggerin Ann-Kathrin Bendixen, die unter dem Namen „Affe auf Bike“ bekannt ist. Die 26-Jährige ist derzeit gemeinsam mit ihrem Freund auf Motorrädern in Georgien unterwegs und teilte auf Instagram neue Erkenntnisse über Reichtum und Gastfreundschaft.

Bendixen erzählte, dass viele Menschen sie und ihren Freund zum Essen eingeladen hätten. Die Gastgeber hätten sich Zeit genommen und nichts im Gegenzug erwartet, obwohl viele von ihnen weniger besessen hätten als die Reisenden.

„Diese Reise hat mein Bild von Reichtum komplett verändert.“

Die Reisebloggerin fragte sich, warum das Geben häufig den Menschen besonders leichtfalle, die selbst nicht viel hätten. Sie erklärte, beide Seiten zu kennen: eine Zeit, in der sie jeden Euro umdrehen musste, und ihr heutiges Leben, in dem sie mehr habe.

Nach ihrer Einschätzung fühle sich Glück nicht so anders an, wie sie früher gedacht habe. Geld mache einen Menschen ihrer Ansicht nach nicht automatisch reich. Als reich bezeichnet sie vielmehr Menschen, die anderen das Gefühl geben, willkommen zu sein.

„Ich weiß, wie es ist, wenn man jeden Euro umdreht und ich weiß, wie es ist, heute mehr zu haben.“

Der Aufenthalt in Georgien brachte Bendixen außerdem zu der Frage, was geschehen würde, wenn Fremde nicht zuerst als Gefahr, sondern als Menschen betrachtet würden. Sie glaubt, dass sie sich später nicht daran erinnern werde, wie viel jemand besessen habe, sondern daran, wie viel jemand gegeben habe.

„Geld entscheidet nicht darüber, wie reich ein Mensch ist.“

Tag24.de beschreibt Georgien als ein besonders gastfreundliches Reiseziel aus Sicht der 26-Jährigen. Bendixen habe zuvor noch kein Land erlebt, das eine vergleichbare Gastfreundschaft gezeigt habe. Irland komme dieser Erfahrung möglicherweise noch am nächsten, erklärte sie.

Zusammenfassung: Laut Tag24.de hat die Reise durch Georgien Ann-Kathrin Bendixens Verständnis von Reichtum verändert. Für die 26-Jährige entscheidet nicht der Besitz von Geld über den Reichtum eines Menschen, sondern dessen Bereitschaft, andere willkommen zu heißen und zu geben.

Quellen: