Moers verbindet Aristophanes’ Komödien mit Fragen zu Krieg und sozialer Ungleichheit

Autor: Elite-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Die Moerser Doppelvorstellung verbindet Aristophanes’ „Der Frieden“ und „Der Reichtum“ mit aktuellen Fragen zu Krieg, Demokratie, Macht und sozialer Ungleichheit.

Moers: Doppelvorstellung „Der Frieden / Der Reichtum“ verbindet Antike mit aktuellen Fragen

Die Stadt Moers kündigt eine Doppelvorstellung nach Aristophanes an. Auf dem Programm stehen „Der Frieden“ und „Der Reichtum“, die gemeinsam mit einem Imbiss in der Pause gezeigt werden.

In „Der Frieden“ verbindet Daniel Kunze die antike Komödie des Aristophanes mit gegenwärtigen politischen Fragen. Die Inszenierung untersucht, warum Menschen Kriege führen, und verbindet humorvolle Satire mit einer nachdenklichen Reflexion über Demokratie, Macht und Verantwortung. Nach der erfolgreichen Eröffnung der letzten Spielzeit ist das Stück in dieser Saison erneut auf der Schlossbühne zu sehen.

„Der Reichtum“ setzt bei der Frage an, warum Wohlstand so häufig ungleich verteilt ist. Die Figur des Reichtums hat ein Sehproblem: Seit Jahrtausenden findet er zuverlässig die Falschen, geht zu denen, die bereits besitzen, bleibt bei denen, die ihn vermehren, und fehlt dort, wo er gebraucht wird.

Aristophanes stellt in der Komödie die Frage, was geschehen würde, wenn der Reichtum plötzlich sehen könnte. Würde er erkennen, wie ungerecht seine Gaben verteilt sind – wie wenige sehr viel haben und wie viele fast nichts? Die Handlung entwirft eine Welt, in der der Reichtum endlich dort ankommt, wo er hingehört.

Im Mittelpunkt steht Chremylos, ein anständiger und unauffälliger Bürger aus Athen. Er fragt das Orakel von Delphi, ob es nicht besser wäre, den Pfad der Tugend zu verlassen, um seinen Kindern größeren Wohlstand zu sichern. Das Orakel schlägt jedoch einen anderen Weg vor: Chremylos soll den Gott des Reichtums von seiner Blindheit heilen.

Chremylos setzt den Rat um. Der nun sehende Reichtum verteilt seine Gaben gerecht unter der Bevölkerung, woraufhin die Göttin der Armut auf den Plan tritt. Sie verteidigt die Ungleichheit als notwendigen Antrieb für Wettbewerb und Wohlstand. Bei Aristophanes gewinnt der Reichtum gegen die Armut und wird in einem Festzug gefeiert.

Die Inszenierung stellt dabei ausdrücklich einen Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Themen her. Genannt werden die Kluft zwischen Arm und Reich, die Tatsache, dass die Anständigen häufig die Dummen sind, die Ideologie des Wettbewerbs, Zynismus und Gier. Die radikale Umkehrung der Verhältnisse erscheint als absurde Komödie – zugleich fordert sie dazu auf, über ihre angebliche Unmöglichkeit nachzudenken.

„Der Reichtum hat ein Sehproblem. Seit Jahrtausenden findet er zuverlässig die Falschen.“
VeranstaltungDer Frieden / Der Reichtum – Doppelvorstellung
VorlagenAristophanes
Beginn17 Uhr und 20 Uhr
Eintritt60 Euro
Ermäßigter Eintritt30 Euro
ZusatzImbiss in der Pause

Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Die Doppelvorstellung verbindet „Der Frieden“ und „Der Reichtum“ von Aristophanes. Thematisch geht es um Krieg, Demokratie, Macht, Verantwortung, soziale Ungleichheit und die Verteilung von Reichtum. Beginn ist um 17 Uhr und 20 Uhr; der Eintritt beträgt 60 Euro, ermäßigt 30 Euro.

Quelle: Stadt Moers, „Der Frieden / Der Reichtum - Doppelvorstellung“.

Quellen: