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Glück, Vermögen und die Macht des Scheins
Die aktuellen Beiträge zeigen Reichtum aus unterschiedlichen Perspektiven: als philosophische Frage nach einem erfüllten Leben, als Kriterium für die Einteilung von Bankkunden, als historischen Schatz einer Bibliothek und als Grundlage einer Betrugsmasche.
Otfried Höffe: Reichtum führt nicht automatisch zu mehr Glück
Die WELT berichtet über ein Gespräch mit dem Philosophen Otfried Höffe über Glück, Lebenserfahrung und die Frage, was Menschen wirklich trägt. Höffe kritisiert moderne Ratgeber, die seiner Einschätzung nach vor allem für Bahnhofsbuchhandlungen geschrieben würden, und verweist stattdessen auf Denker wie Seneca und Epikur.
Im Mittelpunkt steht die aus Lebenserfahrung gewonnene Fähigkeit, sich in der Welt zurechtzufinden. Der Beitrag beschreibt, wie anspruchsvollere Wünsche den Blick auf das Wesentliche im eigenen Leben verstellen können. Reichtum wird dabei nicht als verlässlicher Weg zu größerem Glück dargestellt.
„Anspruchsvollere Wünsche“ lenken von dem ab, was für das eigene Leben wesentlich ist.
Quelle: WELT
Zusammenfassung: Der Beitrag stellt philosophische Lebenserfahrung und die Konzentration auf das Wesentliche über immer anspruchsvollere Wünsche und materiellen Reichtum.
Banken stufen Kunden ab 100.000 Euro als wohlhabend ein
Der Merkur berichtet, dass Banken bereits Kunden mit einem liquiden Vermögen von 100.000 Euro als „Affluent“, also als wohlhabend, einstufen. Diese Kategorie reicht bis zu einer Million Euro. Wer diese Schwelle überschreitet, wird als „High-Net-Worth-Individual“, kurz HNWI, bezeichnet.
Ab einer Million Euro Vermögen zählen Bankkunden laut dem Bericht als „reich“. Kunden mit mindestens 30 Millionen Euro werden als „Ultra-High-Net-Worth-Individuals“ oder „Superreiche“ eingeordnet. Entscheidend sei dabei nicht das gesamte Vermögen, sondern das frei verfügbare Kapital für Anlagen.
| „Affluent“ | Ab 100.000 Euro bis zu einer Million Euro |
| HNWI | Ab einer Million Euro |
| UHNWI | Mindestens 30 Millionen Euro |
Besonders interessant für Banken ist laut dem im Beitrag zitierten Felix Germann von McKinsey & Company die Kundengruppe mit einem Vermögen zwischen 100.000 und einer Million Euro. In diesem Bereich könnten weitgehend digitale Prozesse eingesetzt werden, während zugleich Beratungsleistungen nachgefragt würden.
„Von der Marge her am interessantesten ist das Geschäft mit wohlhabenden Kunden, also denen mit einem Vermögen zwischen 100.000 und einer Million Euro. Hier lassen sich in weiten Teilen digitale Prozesse einsetzen.“
Die sogenannten Affluents erhielten spürbare Vorteile und setzten mehrheitlich auf hybride Lösungen. Dazu gehört die Möglichkeit, bei Bedarf schnell persönlichen Kontakt zu einem Bankberater zu erhalten, ohne im Callcenter warten zu müssen. Eine individuelle und maßgeschneiderte Finanzplanung bleibe dagegen reichen und superreichen Kunden vorbehalten.
Der Bericht verweist außerdem auf aktuelle Zahlen aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts von Juni 2025. Im Jahr 2021 hatten gut 34.500 der in Deutschland erfassten Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen Einkünfte von mindestens einer Million Euro. Das waren 18 Prozent beziehungsweise knapp 5.200 Einkommensmillionärinnen und -millionäre mehr als im ersten Corona-Krisenjahr 2020.
Die Boston Consulting Group bezifferte die weltweite Zahl der Superreichen in einem Bericht von Juli 2024 auf 73.000. Davon lebten 26.000 in den USA, 8.300 in China und 3.300 in Deutschland. Die UHNWI in Deutschland besaßen demnach rund 2,1 Billionen US-Dollar, etwa 1,8 Billionen Euro, was 23 Prozent des gesamten Finanzvermögens der Bundesrepublik entsprach.
„Der Markt mit ‚Affluents‘ ist heiß umkämpft.“
Quelle: Merkur
Zusammenfassung: Für Banken beginnt die bevorzugte Behandlung laut Bericht bereits ab 100.000 Euro liquiden Vermögens. Als besonders attraktiv gilt die Gruppe zwischen 100.000 und einer Million Euro.
Bibliothek in Jalisco bewahrt historischen Reichtum
Die Universidad de Guadalajara berichtet über einen Vortrag des Historikers Thomas Calvo vom El Colegio de Michoacán. Anlass war der 158. Jahrestag der Gründung der öffentlichen Bibliothek des Bundesstaates Jalisco, die am 24. Juli 1861 gegründet wurde.
Unter dem Titel „Guadalajara auf Papier zwischen Archiven und Büchern“ ging es um Dokumente, die die Denk- und Handlungsweise der Bewohner des heutigen Jalisco vom 16. bis zum 19. Jahrhundert sowie ihre Sitten und Gebräuche offenbaren. Calvo betonte, dass die historischen Dokumente der Bibliothek so umfangreich seien, dass die Möglichkeiten eines einzelnen Forschers nicht ausreichten.
„Es bräuchte mehrere Leben, um vollständig und gründlich über die Bibliothek zu sprechen.“
Das Archiv der Bibliothek sei für die Erforschung der Vergangenheit von großer Bedeutung und unerlässlich. Calvo empfahl unter anderem, die Dokumentation über Bernardo de Balbuena zu untersuchen, der als erster wirklich amerikanischer Dichter und Autor von „Mexikanische Größe“ sowie durch seine Beziehung zu Neugalizien beschrieben wird.
Als Forschungsfeld nannte der Historiker nicht nur Balbuena selbst, sondern auch seine Familie. Im Bestand befinden sich Dokumente über seine Mutter, seinen Halbbruder Francisco de Balbuena Estrada und seine Halbschwester Doña Petronila de Estrada, die im Jahr 1600 starb.
Besondere Bedeutung misst der Beitrag der Sammlung „Eigentum der Verstorbenen“ aus dem Jahr 1618 bei. Das dort enthaltene Inventar listet detailliert auf, was Doña Petronila besaß. Daraus lasse sich ableiten, wie eine Frau der Oberschicht leben konnte, welche Vorstellungen von Luxus damals bestanden und in welchem Umfeld Bernardo de Balbuena lebte.
Der Vortrag fand im José Cornejo Franco Auditorium der BPEJ statt und wurde auch anlässlich des Nationalen Bibliothekartags am 20. Juli gehalten. Die Feier wurde von Ana María de la O. Castellanos Pinzón, der Akademischen Sekretärin des Universitätszentrums für Sozial- und Geisteswissenschaften, geleitet.
Quelle: Universidad de Guadalajara
Zusammenfassung: Der historische Reichtum der Bibliothek in Jalisco besteht aus Dokumenten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Sie ermöglichen Einblicke in Lebensweisen, Familiengeschichte, gesellschaftliche Schichten und frühere Vorstellungen von Luxus.
Falsches Erbe: 27-Jähriger soll Hunderttausende Euro erschlichen haben
shz.de berichtet über die Festnahme eines 27-Jährigen in Nordfriesland. Er soll mehrere Personen mit der Masche des vermeintlichen Erben um hohe Summen betrogen haben.
Nach Darstellung des Berichts wurde dabei Reichtum vorgetäuscht, um Vertrauen zu schaffen und an Geld zu gelangen. Die Polizei nahm den Mann wegen des Verdachts fest, mit einem falschen Erbe Hunderttausende Euro erschlichen zu haben.
Im Mittelpunkt der Betrugsmasche stand demnach die Behauptung, ein Erbe zu erwarten oder bereits über entsprechende Vermögenswerte zu verfügen. Die betroffenen Personen sollen dadurch dazu gebracht worden sein, dem Verdächtigen hohe Summen zu überlassen.
Quelle: shz.de
Zusammenfassung: Ein 27-Jähriger wurde in Nordfriesland festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, mit einem vorgetäuschten Erbe mehrere Personen um Hunderttausende Euro betrogen zu haben.
Quellen:
- Glück: „Reichtum führt nicht zu mehr Glück“ – was im Leben wirklich zählt
- Überraschend wenig Geld reicht – ab diesem Kontostand ist man für Banken plötzlich interessant
- Der Historiker Thomas Calvo hebt den Reichtum der öffentlichen Bibliothek des Bundesstaates Jalisco hervor.
- Reichtum vorgetäuscht, Hunderttausende Euro erschlichen: Polizei nimmt Betrüger fest
- Warum ist es so schwer, reich zu werden?
- Die reichsten Städte der Welt: An diesen Orten leben die meisten Milliardäre














