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Reichtum, Öl und Allmacht: Der Sultan von Brunei wird 80
Sultan Hassanal Bolkiah von Brunei wird 80 Jahre alt. Der Monarch herrscht seit fast sechs Jahrzehnten nahezu uneingeschränkt über den Kleinstaat auf der Insel Borneo, der mit rund 450.000 Einwohnern kleiner als Schleswig-Holstein ist und zu den größten Ölproduzenten Südostasiens sowie zu den weltweit wichtigsten Exporteuren von Flüssigerdgas gehört. Darüber berichten unter anderem WELT, STERN.de, die Westdeutsche Zeitung, GN-Online und Der Patriot.
Zum Geburtstag verwandelt sich Brunei in eine mehrtägige Festkulisse. Gelbe Nationalflaggen mit schwarzem und weißem Streifen säumen die Straßen, während große Porträts des Herrschers an Gebäuden, Schulen und Behörden angebracht werden. In der Hauptstadt Bandar Seri Begawan findet alljährlich eine große Parade zu seinen Ehren statt.
Ein weiterer Bestandteil der Feierlichkeiten ist eine Reise des Sultans durch alle vier Landesteile. Dabei trifft er Bürger persönlich, nimmt Briefe entgegen und posiert für Fotos. Seine Beliebtheit wird in den Berichten auch mit den sozialen Leistungen des Landes erklärt: Privatpersonen zahlen keine Steuern, außerdem gibt es kostenlose Gesundheitsversorgung und Bildung sowie umfangreiche staatliche Subventionen.
Politisch steht dem hohen Lebensstandard jedoch ein autoritäres System gegenüber. Bolkiah ist Staatsoberhaupt, Premierminister, Finanz-, Außen- und Verteidigungsminister sowie Hüter der islamischen Staatsreligion in Personalunion. Auf Grundlage eines seit 1962 geltenden und regelmäßig verlängerten Ausnahmezustands erlässt er Gesetze per Dekret; demokratische Strukturen oder Wahlen existieren nicht.
Auch die Meinungs- und Pressefreiheit sind stark eingeschränkt. In die Verfassung wurde der Satz aufgenommen: „Seine Majestät der Sultan kann weder in seiner persönlichen noch in seiner offiziellen Funktion etwas Falsches tun“. Kritik am Sultan wird laut den Berichten streng geahndet, während viele Bürger das politische System wegen des hohen Lebensstandards akzeptieren.
Ein Vermögen von etwa 30 Milliarden US-Dollar
International bekannt ist Hassanal Bolkiah vor allem für seinen außergewöhnlichen Reichtum. Lange galt er als reichster Mann der Welt, ehe Tech-Milliardäre wie Bill Gates und Elon Musk ihn in den Ranglisten überholten. Sein geschätztes Vermögen wird weiterhin mit etwa 30 Milliarden US-Dollar beziehungsweise rund 26 Milliarden Euro angegeben.
Zu seinem Besitz gehört eine Sammlung von etwa 7.000 Prestigeautos. Darunter befinden sich Schätzungen zufolge 600 Rolls-Royce und 450 Ferraris. Die Sammlung gilt als die größte der Welt und brachte dem Sultan einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde ein.
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| Geschätztes Vermögen | etwa 30 Milliarden US-Dollar |
| Umrechnung laut Quelle | rund 26 Milliarden Euro |
| Prestigeautos | etwa 7.000 |
| Rolls-Royce | 600 |
| Ferraris | 450 |
| Wert der Luxusautos | mehr als fünf Milliarden Dollar |
Der Wert der Luxusfahrzeuge allein soll mehr als fünf Milliarden Dollar betragen. Um die Autos nutzen zu können, ließ der Sultan auf dem Palastgelände eine Rennstrecke bauen.
Zusammenfassung: Hassanal Bolkiah zählt mit einem geschätzten Vermögen von etwa 30 Milliarden US-Dollar zu den wohlhabendsten Royals weltweit. Seine Sammlung von etwa 7.000 Luxusautos gilt als die größte der Welt.
Der Istana Nurul Iman: Palast mit 1.788 Zimmern
Der offizielle Sitz des Sultans ist der Istana Nurul Iman. Mit einer Fläche von 200.000 Quadratmetern gilt er als der größte Wohnpalast der Welt; seine Fläche entspricht laut den Berichten in etwa der Hälfte des Vatikanstaats.
Der Palast verfügt über 1.788 Zimmer und mehr als 250 Bäder. Eine Kuppel besteht aus 22-karätigem Gold, auch Fenster- und Türbögen wurden mit purem Edelmetall ausgestattet.
Zur Kunstsammlung gehört unter anderem ein Bild des französischen Impressionisten Auguste Renoir. Dafür soll der Sultan 70 Millionen Dollar bezahlt haben.
- Fläche des Palastes: 200.000 Quadratmeter
- Zimmer: 1.788
- Bäder: mehr als 250
- Palastkuppel: 22-karätiges Gold
- Gemälde von Auguste Renoir: 70 Millionen Dollar
Infobox: Der Istana Nurul Iman verbindet repräsentative Macht mit außergewöhnlichem Luxus. Besonders hervorgehoben werden seine Fläche von 200.000 Quadratmetern, 1.788 Zimmer und eine Kuppel aus 22-karätigem Gold.
Kritik an Scharia und drakonischen Strafen
Brunei geriet international wegen seines strengen islamischen Strafrechts in die Kritik. Die Scharia wurde ab 2014 schrittweise eingeführt und 2019 nochmals verschärft.
Das Strafrecht sieht unter anderem Steinigung für Ehebruch und homosexuelle Handlungen sowie Amputationen für Diebstahl vor. Nach weltweiten Protesten und Boykottaufrufen gegen Hotels der Herrscherfamilie erklärte der Sultan, dass das seit Jahrzehnten geltende Moratorium für die Todesstrafe auch für die meisten Scharia-Urteile gelte.
Seit 1957 wurde in Brunei niemand mehr hingerichtet. Trotz der internationalen Kritik an seinem autoritären System ist der Sultan im Ausland weiterhin ein häufig und zumeist gern gesehener Gast. Im Mai besuchte er auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Berlin.
Zusammenfassung: Bruneis politisches System und das islamische Strafrecht stehen international in der Kritik. Gleichzeitig pflegt der Sultan weiterhin Kontakte zu ausländischen Regierungen und wird bei Auslandsbesuchen protokollarisch empfangen.
Zwischen Absolutismus und Staatskapitalismus
Hassanal Bolkiah hat zwölf Kinder aus drei Ehen und gilt als dienstältester Herrscher der Welt. Für viele Beobachter im Westen bleibt er eine schwer einzuordnende Figur, die zwischen mittelalterlich anmutendem Absolutismus und modernem Staatskapitalismus schwankt.
Seine politische Macht ist umfassend konzentriert. Neben dem Sultanat führt er zentrale Regierungsressorts selbst und bestimmt die Gesetzgebung auf Grundlage des Ausnahmezustands. Die Verbindung aus Rohstoffreichtum, umfangreichen Sozialleistungen und fehlenden demokratischen Strukturen prägt das Bild Bruneis.
„Seine Majestät der Sultan kann weder in seiner persönlichen noch in seiner offiziellen Funktion etwas Falsches tun“
Infobox: Der Sultan vereint das Amt des Staatsoberhaupts mit mehreren zentralen Regierungsfunktionen. Der hohe Lebensstandard trägt zur Akzeptanz des Systems bei, während politische Kritik streng eingeschränkt wird.
Endliche Öl- und Gasvorräte
Bruneis wirtschaftliche Grundlage ist nicht unbegrenzt gesichert. Die Öl- und Gasvorräte des Landes sind endlich und dürften nur noch einige Jahrzehnte reichen.
Mit „Wawasan Brunei 2035“, auf Deutsch etwa „Vision für Brunei 2035“, verfolgt der Sultan deshalb eine Zukunftsstrategie. Der Kleinstaat soll wirtschaftlich breiter aufgestellt und auf die Zeit nach dem Ölzeitalter vorbereitet werden.
Zusammenfassung: Brunei muss sich auf eine Zukunft mit abnehmender Bedeutung von Öl und Gas einstellen. Die Strategie „Wawasan Brunei 2035“ soll die wirtschaftliche Diversifizierung des Landes vorantreiben.
US-Superreiche sichern sich zweite Staatsbürgerschaft
Angesichts einer möglichen Vermögenssteuer in Kalifornien suchen immer mehr Superreiche in den USA nach einer zweiten Staatsbürgerschaft oder einem Aufenthaltstitel im Ausland. Darüber berichtet Business Insider Deutschland.
Kaliforniens Wähler stimmen im November über eine Maßnahme ab, die eine einmalige fünfprozentige Steuer auf das Vermögen der mehr als 200 Milliardäre des Bundesstaates vorsieht. Google-Mitgründer Sergey Brin und Larry Page haben laut dem Bericht bereits Vermögenswerte aus Kalifornien verlagert, während andere wohlhabende Kalifornier in Bundesstaaten wie Florida gezogen sind, die keine Einkommensteuer erheben.
Der scheidende Gouverneur Gavin Newsom lehnt die Maßnahme ab. Er argumentiert, Steuern auf extremen Reichtum sollten besser auf Bundesebene geregelt werden, weil Milliardäre zwischen den Bundesstaaten wechseln könnten, um die Abgabe zu umgehen. Ein von Senator Bernie Sanders und Abgeordnetem Ro Khanna vorgeschlagenes Bundesgesetz zur Milliardärssteuer dürfte in absehbarer Zeit jedoch kaum verabschiedet werden.
Die Beratungsfirma Henley & Partners verzeichnete zwischen dem ersten Quartal 2024 und 2025 einen Anstieg der Anfragen von US-Bürgern um 183 Prozent. Berater der Superreichen beschreiben den zweiten oder dritten Pass als eine Art Versicherung gegen mögliche steuerliche oder politische Veränderungen.
„Würdet ihr da nicht ein bisschen Zeit, Mühe und Geld investieren, um eine Feuerversicherung und einen Fluchtplan zu haben, in der Hoffnung, sie nie zu brauchen?“
Dieses Bild verwendet David Lesperance, ein Anwalt für Steuer- und Staatsbürgerschaftsfragen, um die Vorbereitung auf mögliche Vermögenssteuern zu beschreiben. Viele Kunden planten demnach nicht zwingend eine tatsächliche Auswanderung, sondern wollten lediglich zusätzliche Optionen schaffen.
Staatsbürgerschaft durch Abstammung
Eine Möglichkeit ist die Staatsbürgerschaft durch Abstammung. Sie kann beantragt werden, wenn Eltern oder Großeltern die entsprechende Nationalität besitzen. Als Beispiel wird ein Amerikaner genannt, dessen Großmutter aus Irland eingewandert ist und der dadurch die irische Staatsbürgerschaft beantragen kann.
Über 50 Länder weltweit bieten eine Staatsbürgerschaft aufgrund von Abstammung an. Dazu zählen Griechenland, Polen, Italien und Deutschland; die jeweiligen Regeln und Grenzen unterscheiden sich.
Besonders attraktiv ist laut dem Bericht eine durch Abstammung erworbene Staatsbürgerschaft in einem EU-Land, weil damit ein Leben in 27 verschiedenen Ländern möglich sei. Der Prozess kann jedoch Jahre dauern, weshalb manche Kunden zusätzlich schnellere Optionen prüfen.
- Über 50 Länder bieten Staatsbürgerschaften durch Abstammung an.
- Genannt werden unter anderem Griechenland, Polen, Italien und Deutschland.
- Eine EU-Staatsbürgerschaft kann das Leben in 27 verschiedenen Ländern ermöglichen.
- Das Verfahren kann Jahre dauern.
Infobox: Die Abstammung eröffnet auch außerhalb der Gruppe der Superreichen einen möglichen Weg zu einer weiteren Staatsbürgerschaft. Für vermögende Kunden ist die lange Bearbeitungszeit jedoch ein Grund, parallel andere Optionen zu verfolgen.
„Goldene Pässe“ und „goldene Visa“
Als zweite Möglichkeit nennt Business Insider Deutschland Staatsbürgerschaften oder Aufenthaltstitel durch Investitionen. Bei sogenannten „goldenen Pässen“ wird eine Staatsbürgerschaft im Austausch für eine Investition gewährt; bei „goldenen Visa“ geht es um einen Aufenthaltstitel.
Die Investitionssummen und Regeln unterscheiden sich je nach Zielland und reichen von wenigen Tausend bis zu mehreren Millionen Euro. Dominic Jones von Greener Pastures New Zealand sagt, weltweit würden jährlich mehr als 120.000 Investitions-Staatsbürgerschaften oder -Visa ausgestellt, Tendenz steigend.
Neuseelands goldenes Visum erfordert eine Investition von rund 2,6 Millionen Euro. Mehrere karibische Staaten bieten eine Staatsbürgerschaft dem Bericht zufolge bereits gegen Investitionen von bis zu 220.000 Euro an.
| Programm | Angabe |
|---|---|
| Investitions-Staatsbürgerschaften oder -Visa weltweit pro Jahr | mehr als 120.000 |
| Neuseelands goldenes Visum | rund 2,6 Millionen Euro |
| Karibische Staaten | bis zu 220.000 Euro |
Seit Neuseeland im vergangenen Jahr die Regeln für sein goldenes Visum gelockert hat, verzeichnet das Land einen deutlichen Anstieg der Anträge von US-Amerikanern. Einige Kunden beantragen laut Lesperance zunächst eine Investitions-Staatsbürgerschaft und warten parallel auf eine Staatsbürgerschaft durch Abstammung.
Der zweite Pass wird dabei nicht immer für einen Umzug benötigt. Viele Superreiche verwalten bereits Vermögenswerte, Unternehmen und Investitionen über mehrere Rechtsräume hinweg. Eine zusätzliche Staatsbürgerschaft dient ihnen als weitere Form der Diversifizierung und als Rückfalloption für den Fall, dass die USA teurer oder instabiler werden sollten.
„Sie managen ihre Investitionen und achten auf Dinge wie Risiko“
Jones beschreibt die Strategie als Vermeidung einer Konzentration auf nur einen Standort. Der Zweitpass sei für manche Kunden eine Absicherung, auch wenn sie ihn letztlich möglicherweise nie nutzen.
Zusammenfassung: Die Nachfrage nach zweiten Staatsbürgerschaften und Aufenthaltstiteln steigt laut Business Insider Deutschland. Neben Abstammungsrechten nutzen vermögende US-Amerikaner Investitionsprogramme, um steuerliche, politische und wirtschaftliche Risiken breiter zu verteilen.
Quellen:
- Reichtum, Öl und Allmacht: Der Sultan von Brunei wird 80
- Reichtum, Öl und Allmacht: Der Sultan von Brunei wird 80
- Reichtum, Öl und Allmacht: Der Sultan von Brunei wird 80
- Vermögenssteuer: US-Superreiche wollen zweite Staatsbürgerschaft
- Prunk wie im Märchen: Reichtum, Öl und Allmacht: Der Sultan von Brunei wird 80
- Reichtum, Öl und Allmacht: Der Sultan von Brunei wird 80













