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Die Geissens: Millionen vor der TV-Karriere aufgebaut
Robert und Carmen Geiss wurden laut Joyn nicht durch ihre TV-Show reich. Den entscheidenden Grundstein für ihr Vermögen legte Robert Geiss bereits 1986, als er gemeinsam mit seinem Bruder die Sport- und Freizeitbekleidungsmarke „Uncle Sam“ gründete.
Das Unternehmen entwickelte sich erfolgreich. 1995 verkaufte Robert Geiss seine Anteile nach übereinstimmenden Medienberichten für rund 70 Millionen D-Mark. Joyn weist zugleich darauf hin, dass die genaue Summe und die Vertragsdetails öffentlich nicht vollständig belegt sind.
Robert Geiss erklärte in einem früheren „Bild“-Interview, sein Ziel sei gewesen, das Geld aus dem Firmenverkauf zu erhalten und nicht vollständig auszugeben. Nach seiner Darstellung habe die Familie das Vermögen über die Jahre verwaltet und weiter investiert.
Auch Carmen Geiss betonte, dass die beiden nicht reich geboren worden seien, sondern sich ihren Wohlstand selbst erarbeitet hätten. Welche konkreten Anlagen und Investitionen hinter dem Familienvermögen stehen, ist laut Joyn allerdings nicht vollständig öffentlich nachvollziehbar.
Die TV-Karriere begann 2011 mit der Doku-Serie „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“. Die Sendung begleitet Robert und Carmen Geiss sowie ihre Töchter Davina und Shania auf Reisen und in ihrem Luxusleben. Ab 2027 sollen „Die Geissens“ auf der Sendergruppe ProSiebenSat.1 zu sehen sein.
Die Fernsehsendung machte die Familie einem breiten Publikum bekannt und eröffnete nach Darstellung von Joyn weitere wirtschaftliche Möglichkeiten. Genannt werden unter anderem das Modelabel „Roberto Geissini“, Immobiliengeschäfte und mögliche Werbekooperationen. „Der Westen“ berichtete zudem über zusätzliche lukrative Werbeeinnahmen über soziale Netzwerke, etwa mit dem Joghurt-Hersteller Müller.
Eine offiziell bestätigte Summe zum Gesamtvermögen der Familie gibt es nicht. Robert Geiss bezifferte sein Vermögen 2022 im „OMR Podcast“ auf rund 100 Millionen Euro, während andere Medien deutlich niedrigere Schätzungen veröffentlichten.
Joyn verweist außerdem auf mehrere Gesellschaften der Familie und auf Berichte von „Business Insider“, denen zufolge einzelne Firmen Verluste machten. Veröffentlichten Vermögenszahlen sei deshalb mit Vorsicht zu begegnen.
„Fest steht: Der Verkauf von ‚Uncle Sam‘ war der entscheidende Schritt. Das Fernsehen machte die Familie anschließend berühmt und eröffnete weitere wirtschaftliche Möglichkeiten.“
Zusammenfassung: Der wichtigste Vermögensbaustein der Geissens entstand durch den Verkauf von „Uncle Sam“ im Jahr 1995. Die TV-Show ab 2011 steigerte vor allem die Bekanntheit und unterstützte weitere Geschäfte.
Die zehn jüngsten Milliardäre der Welt: Erben dominieren die Gen Z
Business Insider Deutschland berichtet über die jüngsten Milliardäre der Welt auf Grundlage der Milliardärsliste von „Forbes“ aus dem März 2026. Diese verzeichnete 35 Personen unter 30 Jahren, was einem Prozent aller 3428 Milliardäre weltweit entspricht. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Anstieg um 0,4 Prozent.
Die meisten der zehn jüngsten Milliardäre sind Erben großer Familienunternehmen. Zu ihnen gehören auch die Deutschen Johannes von Baumbach, der mit Boehringer Ingelheim verbunden ist, und Kevin David Lehmann, dessen Vermögen mit dm-Drogerie in Verbindung steht.
Eine Ausnahme bilden Surya Midha, Brendan Foody und Adarsh Hiremath. Die drei Gründer des KI-Startups Mercor gelten laut Business Insider Deutschland als die jüngsten Selfmade-Milliardäre der Welt.
| Rang | Name | Alter zum Stichtag | Geschätztes Vermögen | Grundlage des Vermögens |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Amelie Voigt Trejes | 20 Jahre | 1,1 Milliarden US-Dollar (950 Millionen Euro) | Anteil an WEG |
| 2 | Johannes von Baumbach | 20 Jahre | 6,6 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) | Erbe von Boehringer Ingelheim |
| 3 | Lívia Voigt de Assis | 21 Jahre | 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) | Anteil an WEG |
| 4 | Clemente Del Vecchio | 21 Jahre | 6,8 Milliarden Dollar (5,9 Milliarden Euro) | Anteil an Delfin |
| 5 | Kim Jung-youn | Anfang 20 | 1,7 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) | Anteil an Nexon |
| 6 | Surya Midha | Anfang 20 | 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) | Mercor |
| 7 | Brendan Foody | Anfang 20 | 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) | Mercor |
| 8 | Adarsh Hiremath | Anfang 20 | 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) | Mercor |
| 9 | Kevin David Lehmann | 24 Jahre | 4,9 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) | Anteil an dm |
| 10 | Pedro und Felipe Voigt Trejes | jeweils 23 Jahre | jeweils 1,1 Milliarden Dollar (rund 950 Millionen Euro) | Anteile an WEG |
Erben von WEG, Boehringer Ingelheim und Delfin
Amelie Voigt Trejes war zum Stichtag 20 Jahre alt und damit die jüngste Dollar-Milliardärin der Welt. Laut „Forbes“ besitzt die Brasilianerin zwei Prozent der Anteile an WEG, einem Elektromotorenhersteller, den ihr verstorbener Großvater Werner Ricardo Voigt mitgegründet hat. Ihr Vermögen wurde auf 1,1 Milliarden US-Dollar (950 Millionen Euro) geschätzt.
Mittlerweile ist Voigt Trejes 21 Jahre alt. Mitte September lag ihr Forbes-Echtzeitvermögen weiterhin bei rund 1,1 Milliarden Dollar (etwa 953 Millionen Euro).
Johannes von Baumbach war zum Stichtag ebenfalls 20 Jahre alt. Der Deutsche ist der jüngste Erbe des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim und verfügte über ein geschätztes Vermögen von 6,6 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro). Laut „Forbes“ ist er Wettkampfskifahrer in Österreich.
Bis 2025 wurde Boehringer Ingelheim von seinem Onkel Hubertus von Baumbach geleitet. Mittlerweile ist dieser Vorsitzender des Gesellschafterausschusses. Die Familien Boehringer und von Baumbach gelten laut Business Insider Deutschland als zurückhaltend gegenüber der Öffentlichkeit.
Lívia Voigt de Assis war zum Stichtag 21 Jahre alt. Auch sie ist eine Enkelin des WEG-Mitgründers Werner Ricardo Voigt und erbte eine Beteiligung an dem Unternehmen. Mit einem Anteil von 3,1 Prozent verfügte sie über ein geschätztes Vermögen von 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro).
Clemente Del Vecchio war im März 21 Jahre alt. Sein geschätztes Vermögen von 6,8 Milliarden Dollar (5,9 Milliarden Euro) beruhte laut „Forbes“ auf einem Anteil von 12,5 Prozent an der Holdinggesellschaft Delfin. Diese ist wiederum an EssilorLuxottica beteiligt, dem Konzern hinter Marken wie Ray-Ban und Persol.
Das Vermögen von Del Vecchio veränderte sich laut Bericht im Jahresverlauf deutlich. Mitte September schätzte „Forbes“ sein Vermögen nur noch auf rund 5,4 Milliarden Dollar (etwa 4,7 Milliarden Euro).
Zusammenfassung: Die vorderen Plätze der Liste werden vor allem von jungen Erben mit Beteiligungen an großen Familienunternehmen belegt. Die Vermögensschätzungen können sich innerhalb des Jahres deutlich verändern.
Mercor-Gründer als jüngste Selfmade-Milliardäre
Surya Midha, Brendan Foody und Adarsh Hiremath gründeten das KI-Softwareunternehmen Mercor. Die drei halten jeweils einen geschätzten Anteil von 22 Prozent an dem Unternehmen und verfügten laut „Forbes“ jeweils über ein geschätztes Vermögen von 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro).
Mercor unterstützt die größten KI-Labore des Silicon Valley beim Training ihrer Modelle. Die drei Gründer waren allesamt Thiel Fellows, also Teilnehmer eines Förderprogramms des Investors und Tech-Unternehmers Peter Thiel.
Surya Midha wurde als Sohn indischer Einwanderer in Kalifornien geboren und war in der Highschool nationaler Debattierwettbewerbs-Champion. Laut seiner Website studierte er ab 2021 an der School of Foreign Service der Georgetown University, sammelte aber parallel praktische Erfahrungen als Debattiercoach, Praktikant bei der Denkfabrik Brookings Institution sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Brendan Foody aus den USA ist CEO von Mercor. Kurz nach der Gründung des Unternehmens im Jahr 2023 brach er sein Studium an der Georgetown University ab.
Adarsh Hiremath ist Mitgründer und Technikchef von Mercor. Er gründete das Unternehmen 2023 gemeinsam mit seinen Schul- und Debattierteamfreunden Midha und Foody. Für das Startup verließ er die Harvard University nach zwei Jahren.
„Eine Ausnahme bilden die drei Gründer des KI-Startups Mercor – Surya Midha, Brendan Foody und Adarsh Hiremath –, die sich mit je 22 Jahren als jüngste Selfmade-Milliardäre der Welt ihren Reichtum selbst erarbeitet haben.“
Zusammenfassung: Die Mercor-Gründer unterscheiden sich von den meisten Personen auf der Liste, weil ihr Vermögen aus der Gründung eines KI-Startups stammt. Jeder der drei hält einen geschätzten Anteil von 22 Prozent an Mercor.
Kevin David Lehmann und die weiteren WEG-Erben
Kevin David Lehmann ist 24 Jahre alt und laut „Forbes“ mit einem geschätzten Vermögen von 4,9 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) einer der reichsten jungen Menschen Europas. Sein Vermögen ist geerbt: Sein Vater Günther Lehmann übertrug ihm bereits 2017 einen Anteil von 50 Prozent an dm.
Zu diesem Zeitpunkt war Kevin David Lehmann 14 Jahre alt. Günther Lehmann hatte erstmals 1974 in die Marke investiert, ein Jahr nach deren Gründung 1973 in Karlsruhe. Kevin David Lehmann ist, wie sein Vater, nicht am operativen Geschäft beteiligt.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 erzielte dm-drogerie markt eigenen Angaben zufolge in Europa einen Umsatz von rund 19,19 Milliarden Euro. Mitte September 2026 bezifferte „Forbes“ Lehmanns Echtzeitvermögen auf rund 4,3 Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro).
Pedro und Felipe Voigt Trejes teilten sich den zehnten Platz. Die brasilianischen Zwillinge waren zum Stichtag jeweils 23 Jahre alt. „Forbes“ schätzte ihr Vermögen auf jeweils 1,1 Milliarden Dollar (rund 950 Millionen Euro).
Die Brüder sind gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Amelie bedeutende Anteilseigner des Elektromotorenherstellers WEG. Damit stammen bei mehreren der jüngsten Milliardäre auf der Liste die Vermögen aus derselben Unternehmensfamilie.
Der Artikel von Business Insider Deutschland erschien zunächst im März 2026 und wurde im September 2026 aktualisiert.
Zusammenfassung: Kevin David Lehmann verdankt sein Vermögen einem 2017 übertragenen Anteil von 50 Prozent an dm. Die Zwillinge Pedro und Felipe Voigt Trejes gehören wie Amelie und Lívia Voigt de Assis zu den jungen WEG-Anteilseignern.
Quellen:













