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Oracle zwischen KI-Euphorie und wachsender Schuldenlast
Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet über die finanzielle Lage des US-Technologieunternehmens Oracle und seines Mitgründers Larry Ellison. Der Konzern steht demnach unter zunehmendem Druck, weil hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur auf eine deutlich gestiegene Verschuldung treffen.
Anfang 2025 stand Ellison laut „Frankfurter Rundschau“ vorübergehend an der Spitze der weltweiten Vermögensrangliste. Er trat als erster Redner bei Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus auf und war an der Vorstellung des KI-Großprojekts „Stargate“ beteiligt. Trump bezeichnete Ellison als „eine unglaubliche Persönlichkeit“ und als „herausragenden Geschäftsmann“.
Für das Projekt „Stargate“ wurden Investitionen von 500 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren angekündigt. Die Börsen reagierten zunächst euphorisch, woraufhin die Oracle-Aktie deutlich zulegte. Ellisons Vermögen belief sich zeitweise theoretisch auf rund 400 Milliarden US-Dollar.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Investitionen für „Stargate“ | 500 Milliarden US-Dollar |
| Ellisons zeitweiliges theoretisches Vermögen | rund 400 Milliarden US-Dollar |
| Oracles Schuldenlast | 129,5 Milliarden US-Dollar |
| Rechenzentrums-Leasingverträge | rund 260 Milliarden US-Dollar |
„Er ist eine unglaubliche Persönlichkeit, ein herausragender Geschäftsmann“, sagte Donald Trump über Larry Ellison.
Zusammenfassung: Oracle profitierte zunächst von der KI-Euphorie und den „Stargate“-Ankündigungen. Hohe Investitionszusagen stehen inzwischen jedoch einer Schuldenlast von 129,5 Milliarden US-Dollar und weiteren Leasingverpflichtungen gegenüber.
Oracle-Aktie erreichte im September 2025 ihren Höchststand
Im September 2025 erreichte die Oracle-Aktie laut „Frankfurter Rundschau“ ihren Höchststand. Kein anderer Technologiekonzern habe in den Monaten nach der „Stargate“-Präsentation einen ähnlich starken Anstieg verzeichnet. In dieser Phase galt Larry Ellison als der wohlhabendste Mensch der Welt.
Bereits im Herbst 2025 drehte sich die Stimmung an den Märkten. Investoren stellten laut Bericht die Frage, wie Oracle seine umfangreichen Pläne zum Ausbau der Rechenzentren finanzieren will. Die Diskussion über die Finanzierung belastete damit die zuvor von Optimismus geprägte Bewertung des Unternehmens.
Zusätzlichen Druck erzeugte die Ankündigung, im Juni weitere 450 Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren zu investieren. Die Ratingagentur S&P stufte Oracle daraufhin auf „BBB-“ herab. Diese Einstufung liegt laut „Frankfurter Rundschau“ nur noch eine Stufe über dem sogenannten Junk-Status.
„Es ist ungewöhnlich, dass ein so großes Technologieunternehmen sich so nah an einer spekulativen Kreditbewertung befindet, während es gleichzeitig die größte Investitionswelle seiner Geschichte durchführt“, sagte Henrik Karlsen dem dänischen Rundfunk TV2.
Karlsen ist Geschäftsführer des dänischen Investmentfonds Horizon3. Sollte die Bewertung weiter sinken, müssten bestimmte Investoren ihre Oracle-Papiere laut Bericht möglicherweise zwangsweise verkaufen.
- Die Oracle-Aktie erreichte im September 2025 ihren Höchststand.
- Im Herbst 2025 begannen Investoren, die Finanzierung der Baupläne infrage zu stellen.
- S&P stufte Oracle auf „BBB-“ herab.
- Eine weitere Herabstufung könnte Verkäufe bestimmter Investoren auslösen.
Zusammenfassung: Der Kursanstieg nach der „Stargate“-Präsentation wich im Herbst 2025 wachsender Skepsis. Die Ratingnote „BBB-“ signalisiert laut Bericht eine angespannte Finanzierungslage.
Oracle und OpenAI in enger geschäftlicher Abhängigkeit
Im Mittelpunkt von Oracles Zukunft steht laut „Frankfurter Rundschau“ die Beziehung zu OpenAI und dessen Chef Sam Altman. Altman stand im Januar 2025 bei der Präsentation von „Stargate“ ebenfalls an Ellisons Seite.
Die Geschäftsbeziehung ist dem Bericht zufolge eng miteinander verknüpft: OpenAI benötigt die großen Rechenzentrumskapazitäten von Oracle. Gleichzeitig ist Oracle darauf angewiesen, seine KI-Infrastruktur an OpenAI zu vermarkten.
„Oracle ist sehr abhängig von OpenAI. Das ist wahrscheinlich eine der konzentriertesten Kundenbeziehungen, die wir heute auf dem Markt sehen“, warnte Henrik Karlsen.
Im März 2026 sagten die Unternehmen den Bau eines Rechenzentrums im US-Bundesstaat Texas ab. Bloomberg berichtete laut „Frankfurter Rundschau“, dass sich Oracle und OpenAI nicht über die Finanzierung und ein verändertes Anforderungsprofil von OpenAI einigen konnten. Die Absage sorgte anschließend für Unruhe an den Börsen.
Medienberichten zufolge soll OpenAI Oracle vertraglich eine Summe von mehr als 300 Milliarden US-Dollar zugesichert haben. Damit besitzt die Geschäftsbeziehung für Oracle eine erhebliche Bedeutung, während zugleich die Konzentration auf einen einzelnen Großkunden als Risiko gilt.
| Beziehung | Bedeutung |
|---|---|
| OpenAI für Oracle | Wichtiger Abnehmer für KI-Infrastruktur |
| Oracle für OpenAI | Anbieter großer Rechenzentrumskapazitäten |
| Vertraglich zugesicherte Summe | mehr als 300 Milliarden US-Dollar |
| Abgesagtes Rechenzentrum | US-Bundesstaat Texas |
Zusammenfassung: Oracle und OpenAI sind bei Rechenzentrumskapazitäten und KI-Infrastruktur eng voneinander abhängig. Die Absage des Projekts in Texas zeigte laut Bericht, wie empfindlich diese Verbindung auf Finanzierungsfragen und veränderte Anforderungen reagieren kann.
Oracle als mögliches Frühwarnsystem für eine KI-Blase
Wirtschaftsmedien und Analysten diskutieren weiterhin, ob die großen US-Technologiekonzerne gemeinsam mit ihren Geldgebern eine finanziell nicht tragfähige KI-Blase aufgebaut haben. Auch die Europäische Zentralbank griff diese Debatte laut „Frankfurter Rundschau“ auf und erneuerte ihre Warnungen vor einem möglichen Platzen der Blase.
Henrik Karlsen sieht die Entwicklung ebenfalls kritisch, ordnet Oracle jedoch nicht als Ursache einer möglichen Blase ein. Vielmehr könne der Konzern ein Ort sein, an dem sich Schwierigkeiten frühzeitig zeigen.
„Wenn es eine Blase im KI-Sektor geben sollte, dann glaube ich nicht, dass Oracle deren Ursache sein wird. Oracle ist eher einer der Orte, an denen man die ersten Anzeichen sehen würde, wenn etwas schiefläuft.“
Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen rangiert Larry Ellison derzeit auf Platz Fünf. Sein Privatvermögen wird auf circa 230 Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit liegt sein aktuelles Vermögen laut Bericht deutlich unter dem theoretischen Wert von rund 400 Milliarden US-Dollar, den er während des Börsenhochs zeitweise besaß.
Oracle wurde im Jahr 1977 von Larry Ellison und zwei Mitgründern gegründet. Das Unternehmen ist auf Cloud- und Softwarelösungen spezialisiert und wurde vor allem als Anbieter von Datenbanksoftware bekannt. Inzwischen konkurriert Oracle im Cloud-Geschäft unter anderem mit Amazon Web Services und investiert zugleich massiv in den KI-Markt.
Ellison gab im Jahr 2014 nach 37 Jahren an der Spitze die Rolle des Oracle-CEO auf. Seitdem hält er Anteile am Unternehmen.
- Die EZB warnte erneut vor einem möglichen Platzen der KI-Blase.
- Oracle könnte laut Henrik Karlsen eher ein Frühwarnsystem als die Ursache einer solchen Blase sein.
- Larry Ellisons Vermögen wird derzeit auf circa 230 Milliarden US-Dollar geschätzt.
- Oracle wurde 1977 gegründet.
- Ellison gab 2014 nach 37 Jahren den CEO-Posten ab.
Zusammenfassung: Die „Frankfurter Rundschau“ beschreibt Oracle als möglichen Seismografen für Risiken im KI-Sektor. Hohe Investitionen, die Abhängigkeit von OpenAI und die angespannte Kreditbewertung machen den Konzern zu einem wichtigen Beobachtungsfall für Investoren.
Quelle: Frankfurter Rundschau; im Artikel genannte Quellen: AP, Bloomberg, Archiv und TV2.
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